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Winter · Sicherheit

Radfahren im Winter: Kleidung, Licht und Reifen

Mit Schichten, funktionierendem Licht und angepasster Fahrweise kommst du sicher durch Kälte, Nässe und Dunkelheit.

Von Redaktion Fahrradhelm-GuideAktualisiert am 3. November 20265 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet

Im Winter hilft das Schichtenprinzip mit einer wind- und wasserabweisenden Außenschicht, dazu warme Handschuhe, Socken und eine dünne Mütze unter dem Helm. Das Licht muss nach § 67 StVZO vollständig sein und früh eingeschaltet werden. Bei Glätte rät der ADFC, langsam zu fahren, früh und sanft zu bremsen und etwas Luft aus den Reifen zu lassen.

Redaktion Fahrradhelm-GuideAktualisiert am 3. November 20265 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Warum ist Radfahren im Winter anspruchsvoller?
  2. Wie kleidest du dich beim Radfahren im Winter richtig?
  3. Welche Beleuchtung schreibt die StVZO vor?
  4. Welche Reifen und welcher Luftdruck sind im Winter sinnvoll?
  5. Wie fährst du bei Glätte sicher?
  6. Wie bleibst du im Dunkeln sichtbar?
  7. Wann lässt du das Rad besser stehen?
  8. Wie pflegst du das Rad im Winter?
  9. Was tun, wenn der Radweg nicht geräumt ist?
  10. Checkliste für die Wintersaison

Warum ist Radfahren im Winter anspruchsvoller?

Kälte, Nässe, Glätte und früh einsetzende Dunkelheit verändern die Bedingungen. Der ADFC rät deshalb, langsamer zu fahren, vorausschauend zu agieren und mehr Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern zu halten. Mit der richtigen Kleidung, funktionierendem Licht und angepasster Fahrweise bleibt Radfahren auch im Winter gut machbar. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Wie kleidest du dich beim Radfahren im Winter richtig?

Das Schichtenprinzip

Der ADFC empfiehlt, mehrere Schichten zu tragen, die du je nach Temperatur und Anstrengung an- oder ausziehen kannst. Beim Radfahren erwärmt sich der Körper, besonders an Steigungen. Zu dicke Kleidung führt zu Schwitzen, das beim nächsten Stopp auskühlt. Mehrere dünnere Schichten lassen sich besser anpassen als eine dicke Jacke.

SchichtAufgabeWorauf du achtest
InnenFeuchtigkeit vom Körper wegtransportierenEng anliegend, hautfreundlich
MitteWärme speichernLeicht, gut kombinierbar
AußenWind und Nässe abhaltenLaut ADFC wind- und wasserabweisend

Hände, Füße, Kopf

Warme Handschuhe, warme Socken sowie Kopf- und Gesichtsschutz zählen laut ADFC zu den wichtigsten Kleidungsstücken. Hände und Füße kühlen beim Radfahren schnell aus, weil sie Fahrtwind ausgesetzt sind und sich wenig bewegen. Details zur Auswahl findest du in unserem Artikel Fahrradhandschuhe im Winter.

Beine und Füße

Auch die Füße kühlen aus, weil sie dem Fahrtwind ausgesetzt sind und nur wenig bewegt werden. Der ADFC nennt warme Socken ausdrücklich. Wähle Schuhe mit etwas Spielraum, damit das Blut zirkulieren kann und sich zwischen Fuß und Socke eine isolierende Luftschicht hält. Bei Regen helfen Hosen, die Wind und Nässe abhalten. Lange Hosenbeine solltest du mit einem Band oder einer Klammer sichern, damit sie sich nicht in der Kette verfangen.

Mütze unter dem Helm

Auch im Winter gehört der Helm auf den Kopf. Wenn es kalt ist, brauchst du darunter eine dünne Kopfbedeckung, die den Sitz des Helms nicht verändert. Welche Unterziehmützen es gibt und worauf du bei Größe und Material achtest, erklärt unser Ratgeber Mütze unter dem Fahrradhelm. Passe die Helmgröße im Zweifel mit der Mütze auf dem Kopf an.

Welche Beleuchtung schreibt die StVZO vor?

Im Winter ist es oft schon am Nachmittag dunkel. Der ADFC rät, das Licht bereits in der Dämmerung einzuschalten und den Scheinwerfer so einzustellen, dass er auf den Boden leuchtet und nicht blendet. Die rechtlichen Mindestanforderungen regelt § 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

BauteilVorgabe laut § 67 StVZO
ScheinwerferEin oder zwei weiße Scheinwerfer mit Abblendlicht; blinkende Scheinwerfer sind unzulässig
RücklichtMindestens eine rote Schlussleuchte; blinkende Schlussleuchten sind unzulässig
RückstrahlerHinten ein roter Rückstrahler der Kategorie Z, vorne mindestens ein weißer Rückstrahler
PedaleGelbe Rückstrahler nach vorne und hinten
Seitliche SichtbarkeitWeiße Reflexstreifen an Reifen oder Felgen, reflektierende Speichen oder gelbe Speichenrückstrahler

Die Energiequelle darf laut Verordnung eine Lichtmaschine (Dynamo), eine Batterie oder ein wiederaufladbarer Energiespeicher sein. Bei Pedelecs darf das Licht über den Antriebsakku laufen, wenn es nach dessen Entladung noch mindestens zwei Stunden weiter versorgt wird oder der Motor übergangsweise als Lichtmaschine dient. Prüfe vor der Wintersaison, ob Batterien und Akkus geladen sind und ob alle Reflektoren vorhanden und sauber sind.

Wichtig: Zusätzliche Sichtbarkeit hilft. Helle Kleidung und Reflexstreifen erhöhen laut ADFC die Chance, rechtzeitig gesehen zu werden. Eine Warnweste aus dem Autoverbandkasten solltest du nicht entnehmen, weil sie im Auto vorgeschrieben ist.

Welche Reifen und welcher Luftdruck sind im Winter sinnvoll?

Der ADFC rät, etwas Luft aus den Reifen zu lassen. So vergrößert sich die Auflagefläche und der Reifen greift besser. Ein etwas abgesenkter Sattel hilft zusätzlich: Du erreichst im Notfall schneller den Boden mit dem Fuß. Beachte den vom Hersteller auf der Reifenflanke angegebenen Mindestdruck und unterschreite ihn nicht.

Profilreifen mit breiterer Auflagefläche geben auf nassem Laub, Matsch und Schnee mehr Halt als glatte, schmale Reifen. Auf vereisten Strecken bieten Spezialreifen mit Spikes zusätzliche Traktion. Sie sind für Vielfahrer interessant, die auch bei Eis radeln. Wenn du nur gelegentlich bei Frost fährst, ist es oft einfacher, bei glatten Verhältnissen auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Wie fährst du bei Glätte sicher?

  • Früh und sanft bremsen: Bremse laut ADFC frühzeitig und mit Gefühl. Nutze vor allem die Hinterradbremse, weil ein blockierendes Vorderrad schnell zum Sturz führt.
  • Vor der Kurve bremsen, nicht in der Kurve: Auf Eis lässt du das Rad möglichst ausrollen, statt abrupt zu bremsen.
  • Keine ruckartigen Lenkbewegungen: Besonders auf Eis sind sanfte Bewegungen wichtig.
  • Abstand halten: Plane mehr Platz zu Autos und anderen Radfahrenden ein.
  • Langsamer fahren: Mit geringerem Tempo gewinnst du Reaktionszeit.

Wie bleibst du im Dunkeln sichtbar?

Licht allein genügt nicht. Der ADFC rät zu heller Kleidung und reflektierenden Streifen, damit andere dich früher erkennen. Reflektoren an Pedalen, Reifen oder Speichen sorgen dafür, dass du auch seitlich gesehen wirst, etwa an Einmündungen. Wenn du ein Frontlicht mit starkem Lichtkegel nutzt, richte es so aus, dass es nicht in die Augen entgegenkommender Personen strahlt. Blinkende Scheinwerfer und Schlussleuchten sind nach der Verordnung unzulässig.

Fahre in der Dunkelheit außerdem langsamer, denn Schlaglöcher, nasses Laub oder Eisflächen siehst du später als bei Tageslicht. Plane auf unbekannten Strecken mehr Zeit ein.

Wann lässt du das Rad besser stehen?

Bei Blitzeis, starkem Schneefall oder einer geschlossenen Eisdecke steigt das Sturzrisiko. Wenn du merkst, dass du kaum noch lenken oder bremsen kannst, ist der Umstieg auf Bus, Bahn oder zu Fuß die sicherere Wahl. Plane deine Strecke im Voraus und weiche nach Möglichkeit auf geräumte und gestreute Wege aus. Informiere dich vor der Fahrt über das Wetter und die Räumsituation in deiner Stadt.

Wie pflegst du das Rad im Winter?

Streusalz und Nässe setzen Kette, Bremsen und Schaltung zu. Wische das Rad nach Fahrten bei Salzwetter mit einem feuchten Tuch ab und trockne bewegliche Teile. Kontrolliere vor der kalten Jahreszeit Bremsbeläge und Reifenprofil. Bei Pedelecs ist die Reichweite des Akkus bei Kälte meist geringer. Bewahre den Akku deshalb möglichst bei Raumtemperatur auf und setze ihn erst kurz vor der Fahrt ein.

Was tun, wenn der Radweg nicht geräumt ist?

Laut ADFC darfst du auf der Fahrbahn fahren, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg nicht geräumt und unpassierbar ist. Melde ungeräumte Radwege deiner Gemeinde, bei Bundes- und Landesstraßen der zuständigen Straßenbaubehörde. So tragen deine Hinweise dazu bei, dass die Wege künftig besser geräumt werden.

Checkliste für die Wintersaison

  1. Licht, Batterien und Akkus prüfen, Reflektoren kontrollieren.
  2. Schichten, Handschuhe und Mütze bereitlegen.
  3. Bremsen und Reifenprofil prüfen, Luftdruck anpassen.
  4. Streusalz regelmäßig abwischen.
  5. Ungeräumte Radwege der Gemeinde melden.

Häufige Fragen

Was ziehe ich zum Radfahren im Winter an?

Der ADFC empfiehlt mehrere Schichten, die du anpassen kannst, mit einer wind- und wasserabweisenden Außenschicht sowie warmen Handschuhen, Socken und Kopfschutz.

Welches Licht ist am Fahrrad Pflicht?

Nach § 67 StVZO brauchst du einen weißen Scheinwerfer, eine rote Schlussleuchte, Rückstrahler vorn und hinten, gelbe Pedalrückstrahler und eine seitliche Reflexausstattung. Blinkende Scheinwerfer und Schlussleuchten sind unzulässig.

Darf ich mit Akku- oder Batterielicht fahren?

Ja. Laut § 67 StVZO sind Lichtmaschine, Batterie und wiederaufladbarer Energiespeicher zulässig.

Soll ich im Winter weniger Luft in die Reifen lassen?

Der ADFC rät, etwas Luft abzulassen, damit die Auflagefläche steigt. Unterschreite dabei den auf dem Reifen angegebenen Mindestdruck nicht.

Wie bremse ich auf Eis?

Bremse laut ADFC frühzeitig und sanft, vor allem mit der Hinterradbremse, und möglichst vor der Kurve. Wenn möglich, rollst du aus.

Quellen

  1. ADFC Koblenz/Untermosel: Radfahren im Winter (Pressemitteilung, 20. November 2025)
  2. § 67 StVZO: Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern (gesetze-im-internet.de)

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